Schülerheim Mals
In den 1960er-Jahren stand der Vinschgau vor großen Herausforderungen im Bildungsbereich. Die Region war eines der kinderreichsten Gebiete Südtirols, zugleich jedoch auch eines der wirtschaftlich schwächsten. Viele Kinder konnten aufgrund der weiten Entfernungen die Pflichtmittelschule nicht besuchen – Mitte der 1960er-Jahre waren davon noch fast 130 schulpflichtige Kinder betroffen.
Aus dieser Situation heraus entstand die Idee, in Mals ein Schülerheim zu errichten. Ziel war es, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und ihnen bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
Mit dem Neubau wurde der Architekt Helmut Maurer beauftragt. Das moderne Erscheinungsbild des Gebäudes stieß in der Bevölkerung zunächst auf Zurückhaltung – nicht selten wurde es wegen seiner markanten Form als „Bunker“ bezeichnet. Dennoch schuf der Bau die Grundlage für ein wegweisendes Bildungsprojekt im Obervinschgau.
Im Juli 1970 stand das Heim kurz vor der Fertigstellung und konnte mit Beginn des Schuljahres am 30. September 1970 bezogen werden. Das Gamperheim nahm seinen Betrieb im Herbst 1970 mit 72 Studenten der Mittel – und Handelsschule auf. Die feierliche Einweihung fand am 8. Mai 1971 statt, als das Haus offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.
Da der Schülertransport immer besser organisiert werden konnte, war Ende der 70er Jahre nur mehr ein Bruchteil der Plätze besetzt. Im Schuljahr 1977/78 waren nur noch 59 Schüler im Heim untergebracht. Im Schuljahr 1978/79 wurden daher erstmals auch Mädchen aufgenommen, die Plätze waren wie folgt verteilt: 44 Buben und 30 Mädchen.
Auszug aus den handschriftlichen Notizen des Regens des Gamperheim Mals, P. Albert Obexer
Am 18. Mai 1979 wurde entschieden, das Gamperheim ab dem Schuljahr 1979/80 als reines Mädchenheim zu führen.
Seit der Gründung der Sportschule im Jahr 1994 ist das Heim wieder ein gemischtes Heim. In den Jahren 2002 und 2003 wurde das Haus generalsaniert und bietet heute Platz für 92 Mädchen und Buben.
Im gesamten Heimgebäude hängen verschiedene Bilder der Künstlerin Sophie Fohn. Sie hat in ihrem Testament alle ihre Bilder den „Gamperheimen“ vermacht. Die Hauskapelle ist mit Werken von Friedrich Gurschler ausgestattet.